Was ich alles NICHT geschafft habe…

Das Jahr hat begonnen mit einem ganz großen Vorsatz, die best organized mum (BOM) zu werden.
Das Leben hat mich rasch lernen lassen, dass es gut möglich ist, dass vielleicht die GANZE gesamte Blogwelt aus solchen besteht.
Aber ICH dennoch lernen darf, mich NICHT dazu zu zählen.
Weil es in MEINEM Leben (offenbar) um anderes geht.
(Was weiß ich noch immer nicht. Vermutlich ist ein knappes Jährchen zu wenig Abstand um Lebenslektionen zu durchschauen.)
Und nun bin ich fast am Ende dieses Jahres angelangt.
Und keinen Deut weiser.
Um einiges bescheidener.
Ist das die Botschaft?
Dass alle anderen erfolgreich sind.
In ihren Berufen.
In ihren Familien.
In ihren Körpern.
Und ich?
Fleischgewordenes Beispiel von „Du schaffst ALLES, wenn du nur willst!“.
Darf erkennen, dass NICHT ALLES schaffbar ist.
Egal wie sehr man will.
Gut möglich, dass es darum geht.
Einfach zu schlucken ist diese Botschaft nicht.
Aber weil ich mich immer wieder am Ende eines Tages oder auch einer Woche wieder finde mit einer Liste von Dingen, die ich NICHT geschafft habe, dachte ich schon immer wieder daran, DARAUS einen Post zu machen.
Was ich alles NICHT geschafft habe.

Gut.
Dann hätten wir diese Woche NICHT:
Kinder das 2. Mal gebadet.
(Etwaige SchulkollegInnen mögen es meinen Kindern nachsehen, wenn sie müffeln. Sie sind arm, sie haben mich als Mutter.)
Vernünftigen Blogpost über die neuen Stoffe für die Stoffpakete.
Supereinfachen Hosenschnitt zu Schnitt verarbeitet.
Schönes Leiberl zu Schnitt verarbeitet.
Der polnischen Brieffreundin der Kinder den seit Sommer überfälligen Brief geschrieben.
Der Ex-Kindergartenfreundin des kleinen Kindes den überfälligen Brief geschrieben.
Meine Beine enthaart.
(Wir wollen hier niemanden schonen. Wenn meine Kinder ran müssen, dann möchte ich ihnen um nichts nachstehen.)
Die Terrasse aufgeräumt und winterfest gemacht.
Meine Büroecke aufgeräumt.
Weihnachtskekse gebacken. Ähem erfolgreich gebacken. Die Zimtsterne waren so schiach, dass sie zum sofortigen Verzehr freigegeben wurden.
Sich was überlegt zum Thema Weihnachtsgeschenke für den Mann, die beiden Freundinnen, die Schwiegis und die Lehrerinnen und die Nachbarschaft.*

Nicht schlecht für eine Woche.
Im Nachhinein betrachtet könnte man damit wohl ein Quartal füllen.
Könnte sein, dass diese Botschaft, um die es da geht, mit Realitätssinn zu tun hat? Zeitgefühl. Wieso glaube ich immer noch, obwohl ich WEISS, dass ich für einen Schnitt ca. 40 Stunden brauche, also wieso glaube ich im Vorhinein immer wieder, dass der so in einem Vormittag fertig ist?

Was habe ich diese Woche tatsächlich getan?
Vieles vermutlich.
Ich kann mich an fast nix erinnern, außer, dass ich ein sich erbrechendes Kind inklusive Fahrt quer durch Niederösterreich ins nächste Krankenhaus mit Kinderabteilung zu betreuen hatte.
Wieso macht man als Mutter ÜBERHAUPT Pläne?

Schöne 1. Adventwoche!
* Wenn jemand eine deppensichere Idee hat für so ein Geschenk Größe „kleine Aufmerksamkeit“, selbstgemacht mit gewissem Style/Designanspruch – bitte her damit!

This year startet with big plans to convert me into the best organized mum.
Very soon I had to quit my big plans and live tought me some lessons.
I am still not sure about content, but I resume one year is not enough to get the idea of live-lessons…
Very often I find myself at end of days or weeks with list of UNDONE things.
I started to play with the idea to post these.
And here is my this weeks list of undone things:
2nd bath of kids
serious blogpost about my new fabric kits
super easy pants pattern turned into pattern and tutorial
super nice shirt pattern turned into pattern and tutorial
letter to several mail friends of kids
waxed my legs
terrace cleaned and prepared for winter
office corner cleaned and uncluttered
xmas cookies
ideas for xmas gifts for nearly all people I want to give a gift*


Not bad.
Instead of all these things, I handle a vomiting kid. Which include a trip across lower austria to next hospital with child care unit.
Why are mothers doing plans at all?


Have a nice first advent week!
*If you have any ideas for gifts – think „a small something“, self-made but with some style/designapproach – please feel free to help!

18 Kommentare
  1. Karin
    Karin sagte:

    alles Wichtige wurde schon gesagt.

    Hier noch zu "Kleine Aufmerksamkeit": Zutaten für z.B. Brownies schön geschichtet in 1l Weck-Glas abgefüllt, Anleitung dazu und fertich schon mal verschenkt? Kann dir gerne Fotos und alles zum Ausdrucken schicken. Oder eine Brotbackmischung mit Anleitung (kann ich dir auch schicken). Sollens die Kinder machen oder kommts von dir? Hätte schon noch mehr Ideen…
    Berggruss Karin

  2. Astrid (ach_gott)
    Astrid (ach_gott) sagte:

    Liebe Dolores,
    dein Post macht mir Angst.
    Du bist in meinen Augen: blitzgescheit, gutaussehend, kreativ, Du hast Humor, Du hast Stil, Du hast ein Auge für Ästhetik, Du hast eine Zeitschrift auf die Beine gestellt, Du entwirfst Schnittmuster, jetzt auch noch Stoffe und Du bist auch noch Mutter. Das schaffen andere, mich eingeschlossen, noch nicht mal in 10 Leben.
    Was muss passieren, damit Du mit diesem BOM-Quatsch aufhörst?????

    Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich Dich drücken oder schütteln möchte.

    Ganz viele liebe Grüße
    Astrid

  3. 19nullsieben
    19nullsieben sagte:

    Glaubst du echt, dass andere Mütter alles schaffen, was sie sich vornehmen? Nie im Leben – oder sie sind einfach viel realistischer und planen einfach nicht so viel, wie du oder ich gerne machen würden! Hehe! Aber wenn man einfach sooo viele Ideen hat, gell?

    Nur ganz kurz: Ich hab für alle der weltbeste Deo als Weihnachtsgeschenk gemacht. Sehr einfach, ein wunderbares Produkt und die Anleitung und Verpackung fällt sytlisch und designmäßig aus! 😉
    Hier das Rezept: http://www.krachbumm.com/2014/10/07/bestes-deo-aller-zeiten-diy/

    Alles Gute! Selina

  4. DreiPunkteWerk
    DreiPunkteWerk sagte:

    Meine Güte Dolores!
    War ich Anfang des Jahres von deiner Aktion BOM echt geschockt, so war ich danach erleichtert, dass du es gecancelt hast! Und jetzt geißelst du dich mit dieser doofen Liste! Da werde ich ja doch ein bißchen sauer! Ich brauche auch Ziele, ohne geht's nicht. Aber ich brauche keinen Plan und schon gar nicht eine Liste meiner angeblichen Unzulänglichkeiten. Zerfleisch dich nicht, sondern gönne dir eine Belohnung, wenn du etwas von der Liste geschafft hast! Kleine Kaffepause, ein Nickerchen, eine CD o.ä. Das hilft viel besser!
    Ganz liebe Grüße,
    Kathrin

  5. Ms Fisher
    Ms Fisher sagte:

    Ach Dolores, Du sprichst mir aus der Seele .. Auch ich schaffe gefühlt NICHTs, obwohl ich doch so viel mache. Ich glaube wirklich, dass wir uns das selbst versauen und dass wir zu hart zu uns sind. Wir sind doch auch nur Menschen. Und ganz ehrlich, eigentlich möchte ich es schaffen, viel viel öfter gemütlich auf der Couch zu sitzen, gefühlt NICHTs zu tun und das auch noch gut zu finden.

    Ich höre nach und nach auf, mich schlecht zu fühlen, wenn ich sehe, wie viel andere auf ihren Blogs posten und nebenher noch machen. Sollen sie doch. Ich habe zwei kleine Kinder und bin froh, wenn überhaupt ein bisschen Zeit für mich rausspringt. Und das ist auch gut so. Denn irgendwann sind sie groß und wollen eh nicht mehr mit uns basteln.

    Was mache ich also? Ich genieße die Zeit mit den Kindern, schaffe mir meine Freiräume und versuche damit glücklich zu sein. Klappt nicht immer, aber mittlerweile immer besser. Und ganz ehrlich? Ich denke, damit ist man zumindest eins: eine gute Mutter.

    Ich wünsche Dir für 2015 ganz viel Gelassenheit und freue mich trotzdem über weitere Posts bei kleinformat.

    Alles Liebe
    Sindy

  6. Alice
    Alice sagte:

    Liebe Dolores,
    geschafft? was heißt das schon… ? ? ? Ist das so wichtig? Bitte sei gut zu dir. Achte darauf was dir gut tut! Du bist so klug und schön aber bitte lass das "schaffen und nicht schaffen". Bitte!!! 🙂 ich kriege sonst ein schlechtes gewissen 😉 *smile* denn ich schaffe definitiv nicht so viel wie DU!!!
    Ich wünsche dir eine wunderschöne Adventszeit.
    :*
    alice

  7. meisenleben
    meisenleben sagte:

    Dolores, warum bist du immer so hart zu dir? Ich glaube, das wichtigste ist, dass du lernst über den Dingen zu stehen. Und dir anschaust WAS du alles geschafft hast, anstatt was nicht. Dann ist man glücklicher, glaub mir und der Rest geht dann ganz von alleine, oder auch nicht, aber das ist dann doch auch egal, so lange es einem gut geht. Baden von 2 mal die Woche hab ich schon vor langer Zeit auf einmal die Woche reduziert…Das einzige was mir wirklich tag täglich zu schaffen macht, ist dass ich seit vier (!) Jahren sage, dass ich in diesem Jahr meine Doktorarbeit fertig schreibe und ich habe es in diesem Jahr wieder nicht geschafft. Aber weißt du was? Mein Mann, meine Kinder und meine Freund lieben mich trotzdem genauso wie vorher. Hurra!! Und ist das nicht viel wichtiger als beruflicher Erfolg oder schöne Fotos auf'm Blog? Lass sie doch andere machen, die schönen Fotos und erfreue dich daran. Dann hatten die die Arbeit damit und haben ganz viele Dinge nicht geschafft. Wir wissen doch schlißelich alle, dass der Tag nur 24 Stunden hat – bei jedem von uns 😉

    Sei herzlich gegrüßt
    Namasté!

  8. Anonym
    Anonym sagte:

    Ach Dolores, du bist einfach die Beste!
    Es tut so gut, ab und zu zu merken, dass es anderen genauso geht!
    Habe auf meiner To-Do-Tafel seit ca 1 Jahr stehen "Kinder-Fotoalben"… jaja, gibt immer anderes, das wichtiger ist.
    Und gebadet habe ich meine Kinder gestern abend, und dabei ist mir klar geworden, dass sie das letzte Mal vor 2 Wochen(!) gebadet haben! Aber sie wurden zwischendurch an den neuralgischen Stellen gesäubert, das muss reichen 😉

    Und eins noch: ich hab mich so sehr über das Wort "schiach" gefreut. Da versteht mich hier in Bayern so machner (zuagroaster) auch nicht, wenn ich das sag.

    Liebe Grüße,
    Maria

  9. nicestuff
    nicestuff sagte:

    Liebe Dolores,

    kann nur eines sagen: take it easy und nimm's mit Humor! Best organized gibt's nicht, wenn man Familie hat! Und ich sag dir was: wenn ich an meine letzten 10 Jahre, die bereits mit Kind(ern) verbringe, denke, dann fallen mir als Erstes immer die Momente ein, in denen gar nichts geklappt hat, alles schiefgegangen ist und ich mich kurz vor dem Weltuntergang gesehen habe. Das sind die Stories, die ich mal meinen Enkerln (hoffentlich) erzählen werde. Ganz sicher nicht die Momente, in denen alles funktioniert hat und perfekt war, die habe ich nämlich schon längst wieder vergessen (wobei, wie viele waren das nochmal?)

    Also, dir und speziell dem kranken Kind alles Gute!
    Anni

  10. julimond
    julimond sagte:

    Liebe Dolores,
    dein Post ist wohl tröstlicher, als jede Absolution für Getanes und Unterlassenes, die einem irgendeine Kirche erteilen könnte! DANKE!
    Und ja, warum macht man als Mutter überhaupt Pläne? Wenn nicht gerade ein Kind speibt, dann muss halt der Hund dringend zum Tierarzt…
    In diesem Sinne: Lasset uns die Ohren steif halten und gute Besserung für deine Maus!
    Herzlich
    Karin

  11. creat.ING[dh]
    creat.ING[dh] sagte:

    Liebe Dolores,
    Ich hätte auch eine lange Liste zu bieten mit allem was ich nicht geschafft habe. Anfangen würde sie damit, dass ich es ncht geschafft habe überhaupt eine ToDo Liste für die Woche zu schreiben. Und meine Kids müffeln auch. Und meine Beine haben eine Saunabesuch verhindert…
    So ist nun mal das Leben, ich werde weiter Listen schreiben, damit ich wenigstens ein wenig den Durchblick habe. Und das tolle an Sachen die auf der Liste übrigbleiben ist, dass man die einfach so auf die nächste schreiben kann und nicht lange nachdenken muss, außer der Termin ist abgelaufen.

    Ich finde super, dass du – im gegensatz zu den meisten – dazu stehst nicht perfekt zu sein. Ich bin überzeugt, dass das die andere nämlich auch nicht sind. Die zeigen uns einfach nur den perfekt gestylten Teil des Lebens. Danke für deine Ehrlichkeit und deinen Mut, auch das mit uns zu teilen.

    lieber gruß
    dodo

  12. frl. wunderschoenbunt
    frl. wunderschoenbunt sagte:

    Ich kommentiere eher selten aber das muss ich mal loswerden: ich finde dich großartig! Und ich schaffe auch nix und dabei vergesse ich noch die hälfte… So what, das ist das leben. Und nicht die schnieken zu tode dekorierten/organisierten blogger heime die man überall zusehen bekommt.
    Hab eine glückliche und stressfreie adventszeit!

  13. Jans Schwester
    Jans Schwester sagte:

    Du willst gar nicht wissen, was ich alles nicht geschafft habe, außer nett zu mir zu sein und das alles zu verdrängen und lieber zu sehen, was ich alles geschafft habe 🙂 (und ich hatte kein krankes Kind zu bertreuen!)
    In diesem Sinne liebe Dolores sei nett zu Dir…
    ♥Kerstin
    Ps: dem Kind geht es hoffentlich besser?!

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