Kurz und gut

Ich habe meine (in meinen Augen noch nicht soooo) langen Haare abgeschnitten.
Ein Schritt, den ich nicht das erste Mal vollzogen habe.
Aber.
Ich bin gut im Verdrängen.
Offenbar habe ich gut verdrängt, wie sehr ich meine Umgebung damit konfrontiere.
Für mich hat sich der Schritt äh Schnitt ja schon länger in meinen Gehirnwindungen angebahnt.
Der Mann an meiner Seite ist schockiert.
Mittlerweile kann er wieder flach atmen.
Aber schon vorher nicht der Typ, der einen in Komplimenten badet, kann ich wohl jetzt länger warten, bis ihm mal ein „…äh sieht nicht schlecht aus…“ entkommt.
Emanzipiert und aufgeschlossen und wasweißichalles, was ich nicht bin.
Hätte ich nicht gedacht, wie mir das zu schaffen macht.
Dabei ist es nicht das erste Mal, dass ich in unserer gemeinsamen Zeit Haare lasse.
Aber s.o.
Gut im Vedrängen.
Von gefühlt ALLEN anderen WEIBLICHEN Menschen in meiner Umgebung habe ich AUSSCHLIESSLICH Komplimente bekommen.
(Meine ältere Tochter ausgenommen. Aber die frönt dem gerade bei Volksschülerinnen aktuellen Superlanghaartrend).

Ich hätte nicht gedacht, dass ein Haarschnitt doch so etwas archaisches ist, dass so massive Reaktionen hervorruft.

Ich persönlich bin überglücklich.
Es fühlt sich herrlich leicht und unbeschwert an.
Genau das, was ich momentan brauche.

I cut my (not soooo) long hair.
I have done this before.
But obviously I am good at suppressing.
I can´t remember so big reactions within my crowd.
Husband was shocked.
Midwhile he is able to breath again.
But short on compliments in general, it will take a very long time to hear again something like: „…ahem, does not look so bad…“.
I have seen myself as open minded, feminism sided modern woman.
And was not prepared how hard this is to swallow.
And this was not the first time I went from long to short.
So it must have something to do with suppressing.


But EVERY OTHER women I met feeled forced to stop and gave me the warmest congratulations.
(Excluded my older daughter, who is part of the widespread super long hair trend among around 10yearolds)


I am surprised by all these strong reactions. Obviousley hair is still very archaic and if you touch something archaic, people always react very strong.


I love my now short hair.
It feels airy and light.
Exactly what I need right now.

8 Kommentare

  1. ich hatte auch schon beim kleid gedacht, dass deine haare aber kurz aussehen…oder hochgebunden???
    genauso mache ich das auch immer. es gibt unzählige kurz- und langhaar-Episoden in meinem leben. und nun bin ich gerade wieder kurz…sehr kurz. undercut. und das bin ich! weisst du, ich bekomme zwar ab und zu Komplimente vom mann, aber die können auch mal so aussehen: "du fandest dich doch früher auch schöner…." 😮 manchmal frage ich mich, ob das eher die seltene Spezies der sorte mann ist,die ich da erwischt habe, oder ob sie alle so ticken?! 🙂

  2. Hm…

    Ich habe das Gefühl, dass nur wenige Männer etwas für Kurzhaarschnitte bei Frauen übrig haben.

    Während mein Mann immerhin versteht, warum ich heute keine langen Haare mehr haben kann/möchte (sie sind schlicht zu dünn dafür) und den "Schneewittchenzeiten" eher innerlich nachhängt, formulieren die beiden Teenagerjungs ziemlich klar, dass sie das nicht toll finden. Und die männlichen Kollegen äußern sich nicht direkt zu meiner Frisur, ich bekomme aber mit, dass sie so etwas für die eigene Partnerin quasi ausschließen.

    Tja, da kann man sich seiner Sache sicher sein und durchaus einige kurzhaarige Frauen im Kopf haben, die einem sehr gut gefallen, ich finde es trotzdem manchmal schade, dass es kaum eine spontane männliche Reaktion des Gefallens gibt. Und eine spätere auch nicht. Bestenfalls ist es akzeptabel. Mein Eindruck ist allerdings auch, dass viele Frauen in meinem Umfeld, die es gut finden, diesen Schritt für sich selbst eher nicht in Betracht ziehen wollen. Ich habe keine Studien betrieben, habe aber das Gefühl, dass dieses Attribut der Weiblichkeit nicht wirklich als verzichtbar gilt – weder den Männern, noch den Frauen. Das machen auch Kleidung und ein gepflegtes, durchaus feminines Äußere nicht wett.

    Find ich schade.

    LG
    Geertje

  3. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mach meinem ersten Kurzhaarschnitt (von sehr lang auf sehr kurz) auf einmal unsichtbar wurde. Erst überrascht, dann erleichtert und befreit (das Gefühl auf meinem Kopf sowieso! ) laufe ich nun schon seit 20 Jahren so durchs Leben und will nie mehr anders.

  4. Mein Steinzeitgatte meinte sogar, er würde mich erst heiraten, wenn die Haare wieder lang wären. Wie von mir prophezeit, war er dann doch froh, mich mit kurzen Haaren zu bekommen. Mit 37 hatte ich dann wieder lange Haare (die wuchsen in der letzten Schwangerschaft wie verrückt) -> glückliche Männer, aber richtig gut gestanden haben mir nur Steckfrisuren, bei denen die Haare dann ja auch nicht "sichtbar" waren. Auf meinen Hinweis, dass ich doch immer kurze Haare hätte meinte mein damaliger Pubertist sogar "….und nichts draus gelernt" (er hoffentlich schon, Junge Junge).
    Mich treffen die ablehnenden Familienkommentare zum Glück nicht. Komisch eigentlich. Ich kann jedoch gut verstehen, wie es dir geht.
    lg Petra

  5. Liebe Damen, interessant, interessant was Ihr da so schreibt – und ich UNTERschreibe jede einzelne Zeile!!!
    Für mich persönlich finde ich spannend, dass ich das offenbar vor einigen Jahren nicht so extrem empfunden habe…

  6. Interessant. Meine Schwester (E.) Hat in ihrer Jugendzeit den Sprung von von langen Haaren auf Glatze gewagt. Ich war nie so mutig. Einmal habe ich die langen Haare gegen einen 5 cm – Bubikopf eingetauscht und war froh als sie wieder lang waren. Nicht weil mir die Frisur nicht gefiel, sondern weil mir das Styling viel zu aufwändig war. Vielleicht sind meine Haare einfach nicht für Kurzhaarschnitte gewachsen.
    Liebe Grüße, J.

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