24 Dinge, die mir 2018 gezeigt hat – 19. Dezember – Zuhören

Mein Kleid ist mir Hülle. Und Bühne. 
Das habe ich heuer schon mal ausführlicher besprochen. Dennoch oder deswegen blieb dieser Gedanke so sehr hängen, dass ich ihn mitnehmen möchte.
Was bedeutet Kleidung?
Wenn man vom Kälteschutz absieht.
Ist es doch in erster Linie Identifikationsmittel. Nichts lässt sich so leicht und so schnell einordnen wie Kleidung. Wenn noch ein großes Label dranhängt umso mehr. Umso einfacher. 
Und umso unkreativer.
Und hier beginnt die Aufgabe. Weniger für einen selbst, aber auch. Aber sehr für die anderen.
Mit Kleidung, die selbst genäht ist, verlässt man schon mal automatisch die ausgetretenen Pfade.
Wenn die Kleidung dann auch auf den ersten Blick nicht den gängigen Modetrends entspricht, beginnt die Arbeit.
Wo ist die Schublade für diese Frau?
Was will sie uns sagen?
Ist sie links, rechts, lesbisch, bisexuell, Mutter, Single, arm, reich, gebildet, eine blöde Kuh? Tausende Fragen, die in Bruchteilen von Sekunden zu beantworten sind. Selbstgenähte Kleidung, wo Schnitte und Stoffe mit viel persönlichem Aufwand und Einsatz gewählt wurden, ist da nicht immer hilfreich.
Das muss man aushalten. 
Als Trägerin des Selbstgenähten.

Es kann aber auch ein Statement sein. 
Nein, ich lasse mich nicht sofort schubladisieren.
Und ja, ich gehe das Risiko ein, dass ich eventuell als Folge davon  (zunächst) ausgeschlossen werde.

Wie man es dreht und wendet. Es ist die Kleidung, die auch am Haken etwas über die Trägerin erzählt.
Teile der Geschichte, sind bewusst gewählt, den Rest füllt das Leben auf. 
Ob es jemanden gibt, der sich das anhört, bleibt zu erfahren.

Der Rock, der heute den 19. Tag dieser Serie erreicht hat, hat auf jeden Fall eine Geschichte zu erzählen. 
Damit er aber überhaupt so weit kommt, geht es heute an den Zipp:

Und hier kommt gleich das Leben in Cinemascope daher: Ich habe etwas vergessen!
Nämlich dass, das letzte Stückchen Futter ganz am Ende der Rockbahnen – also in der Rückenmitte NICHT an die Passe mit angenäht werden darf. Daher bitte das allerletzte Stückerl von der letzten Falte bis zum Stoffende wieder auftrennen und nur den Oberstoff allein an die Passe ansteppen. Danke und Sorry!

Nun wird die an der Passe markierte Rückenmitte – Ihr erinnert Euch? Die Passe, die probiert wurde? Also von dieser Markierung streift Ihr das Rockteil hinunter bis zum Saum eine schöne Kante – auch an der anderen Seite. Hier kommt die Rückenmittenaht hin. Auf der rechten Seite des Oberstoffrocks sollte sich da die letzten Falten GENAU treffen!
Dann nochmal kontrollieren, ob die Passe eh hinten in der Rückenmitte genau gleich breit ist. 
Dann schnappt Ihr Euch den Zipp, legt ihn an, so dass er oben an der Passe bündig liegt und markiert die Stelle, bis wohin die Rocknaht geschlossen werden soll – idealerweise ca. 0,5 cm vor diesem kleinen Metallclip, der das Zippende markiert.
Dann die Stoffkanten zurückklappen und diese mit den Fingern eingekniffene Stoffkanten GENAU aufeinanderlegen und fest stecken – und steppen. Kann man ganz leicht auseinander bügeln. Muss man nicht.
Nun den Zipp nehmen. Oben liegt die obere Metallmarkierung ca. 0,5 cm unterhalb der oberen Passenkante. Die Rückenmittekante liegt GENAU in der Mitte der Zähnchen. Eine Seite verlaufend hinunter feststecken. 

Achtung: das Futter wird NICHT mitgefasst!!!

Dann klappt Ihr die Nahtzugabe um und steckt die Stecknadeln um: so dass sie nun auf der Innenseite des Zipps stecken und NUR die Nahtzugabe mitfassen.

Nun die zweite Seite dazu stecken: Zuerst wieder von der rechten Seite, gut darauf achten, dass die Passepoilschnüre wirklich passend aufeinander treffen. Dann wieder die Nahtzugabe so aufklappen, dass die Stecknadeln umgesteckt werden können und der Zipp dann nur noch von links an der Nahtzugabe angesteckt ist.

Ausatmen. Freuen. Kekse. Punsch. Alles gut.



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